Neubau des Werkstattgebäudes und des Oberstufentraktes


Im Herbst 2002 ist endlich mit dem Neubau begonnen worden.
Zuerst wurde das Werkstattgebäude errichtet, das im Februar 2004 bezogen worden ist. 2006 soll dann der Oberstufentrakt folgen.



Zu diesem notwendigen Bauvorhaben einige Erläuterungen:

Zur Situation und Entwicklung der Schule
Die Freie Waldorfschule in Eckernförde ist 1984 gegründet worden. Mit 130 Schülern in 5 Klassen wurde damals begonnen.
Im Jahr 2004 verzeichnen wir etwa 470 Schüler in 13 Jahrgangsklassen, sechs Förderklassen (jeweils zwei Jahrgänge zusammen).

Unsere Schule ist klassenmäßig "ausgewachsen" und wird sich in Zukunft bei diesem Stand der Schülerzahl halten. Mit dem Aufbau der Oberstufe in den neunziger Jahren ist der "Anzug" d.h. das Schulgebäude nicht mitgewachsen. Also kann man feststellen: Die Eckernförder Waldorfschule "kracht aus allen Nähten".
Darüber hinaus hat sich neben dem Aufbau der Oberstufe an unserem Schul-Standort ein besonderer Bedarf für die Einrichtung von Förderklassen (den sogenannten "kleinen Klassen") ergeben. Zu unserem Schulprofil gehört, dass wir neben den zwölf Regelklassen ("große Klassen") und dem 13. Abiturjahrgang jeweils für zwei Jahrgänge zusammen eine zusätzliche Förderklasse haben. Diese Klassen werden ebenfalls zwölf Jahre geführt. In der Oberstufe des Förderbereiches wird verstärkt handwerklich-künstlerischer Unterricht mit Berufsorientierung angeboten.

Der Raumbedarf ist offenkundig. Den Raumrichtlinien des Landes entsprechend sind darum folgende Neubauvorhaben geplant (Siehe Lageplan):
2003/06 Werkstätten/Naturwissenschaften (rosa) / (rot)
2004/08 Zuwegung / Eingangshalle / Bühnennebenraum (grün)
2005/06 Ostflügel / Musik / Eurythmie (gelb)
2009 Endgültige Schulhofgestaltung
2010 Turnhalle und Nebengebäude (violett)

Kurze Darstellung der bisherigen Schulbauentwicklung
Der Kreis Rendsburg-Eckernförde stellte zum August 1984 unserer Schule das Gebäude und Gelände des ehemaligen Altersheimes "Diederichsen-Stift" (ursprünglich in einem Erbbaurechtsvertrag) für schulische Zwecke zur Verfügung.

Im ersten Schuljahr wurde mit beträchtlichen Eigenleistungen das Hauptgebäude des ehemaligen Altersheimes für den Schulbetrieb umgebaut.

1985 bis 1989 wurde dann der Erweiterungsbau des Westflügels als Klassentrakt und die Mehrzweckhalle als Neubauabschnitt vollendet.

1989 haben wir vom Kreis Rendsburg-Eckernförde das alte und teilweise ausgebrannte Torhaus für schulische Nutzung übertragen bekommen.
Im Jahre 1992 sind dann das Gelände und das Hauptgebäude zusammen mit den Nebengebäuden von dem Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik Eckernförde e.V. gekauft worden, vor allen Dingen um eine grundbuchliche Absicherung der Darlehen zu ermöglichen.

Der ursprünglich 1992 geplante Erweiterungsbau "Ostflügel" konnte bisher nicht gebaut werden, da die Landesregierung die damals für die schleswig-holsteinischen Waldorfschulen zugesagten Zuschüsse in der Haushaltsplanung nicht mehr bereit stellte.

1993 hat die Freie Waldorfschule Eckernförde den Umweltpreis des Kreises Rendsburg-Eckernförde für ihr Schulbau- und Unterrichtskonzept insbesondere auch für die Gestaltung des Schulgartens erhalten.

In den Jahren 1997 und 1998 erfolgte der Umbau des "Haus Busch" (ehemaliges Zweifamilienhaus) zu Schulzwecken, um insbesondere Klassen und Fachräume zu erschaffen. In der jetzigen Bauplanung ziehen wir den Bau der Werkstatt und der naturwissenschaftlichen Räume dem Bauvorhaben "Ostflügel" vor.



Energiesparprojekt
Für das Gesamtprojekt, das noch zwei weitere Baumaßnahmen für schulische Zwecke (2005/06 Neubau des Seitentraktes "Ostflügel" und 2010 oder später, Bau einer Turnhalle) vorsieht, ist geplant, im Zusammenwirken mit dem Träger des benachbarten Kreiskrankenhauses und des Kreisseniorenheimes aus regenerativen Quellen gewonnenene Heizwärme in den teilweise schon bestehenden Nahwärmeverbund einzuspeisen und ggf. Strom vor Ort in einem eigenen Blockheizkraftwerk zu erzeugen. Eine Kooperation mit der Energiestiftung Schleswig-Holstein ist in die Wege geleitet.
Seitens des Energie-Spar-Kreises unseres Vereins haben wir die Initiative ergriffen, im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau ein "Projekt zur Nutzung der Erdwärme" zu propagieren, das die Unterstützung des Landesamtes für Natur und Umwelt, der Energiestiftung des Landes, des Umweltministeriums und der Landtagsfraktionen erfährt.



Werkstattgebäude mit Räumen für Handarbeit und Technologie-Unterricht
Dieser Gebäudetrakt steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum "Ostflügel" des Hauptgebäudes, der 2005/06 durch den geplanten Neubau ersetzt werden soll, konnte aber als separater Bauabschnitt realisiert werden. Im Werkstattgebäude sind außer Holzwerkstätten und dem Maschinenraum die Handarbeits- und Fachunterrichtsräume für Technologieunterricht untergebracht. Die Erschließung des Obergeschosses erfolgt von außen über eine überdachte Treppe.
Ein im Jahr 1995 neben dem "Gärtnerhaus" erstellter Pavillon (ehemaliger Klassen-Container aus Hamburg) diente bisher als Werkstatt und ist für den erfolgten Neubau abgebrochen worden.



Naturwissenschaften und Zeichensaal
Das "Gärtnerhaus" ist ein zweigeschossiges ehemaliges Wohnhaus neben dem "Haus Busch". Wie das "Haus Busch" und das "Torhaus" an der Einfahrt, war auch das "Gärtnerhaus" für Dienstwohnungen für Mitarbeiter/innen des benachbarten Kreisseniorenheims genutzt worden. 1992 haben wir das Gebäude vom Kreis Rendsburg-Eckernförde erworben.
Da die Dienstwohnung im "Gärtnerhaus" mittlerweile frei geworden ist, kann dieses Wohnhaus mit in die Neubaumaßnahme für schulische Zwecke einbezogen werden.
Der neue Oberstufentrakt ist somit als Anbau an das "Gärtnerhaus" geplant. Im Erdgeschoss des Neubau-Komplexes befindet sich ein Fachraum für Physik und Biologie mit ansteigendem Gestühl. Daran schließen Vorbereitungsräume für Experimente und die Sammlungsräume (Erdgeschoss "Gärtnerhaus") an.
Das Geschoss über dem Physik-/Bio-Raum soll wegen der guten Belichtungsmöglichkeit als Zeichensaal genutzt werden. Das Obergeschoss des Altbaus ist für eine Nutzung als Fotolabor mit Nebenraum vorgesehen.
Die alte Treppe im "Gärtnerhaus" wird durch eine neue Treppenanlage ersetzt, durch die der Neubau erschlossen wird.
Die bisherigen Physik-/Chemieräume im Westflügel des Hauptgebäudes sollen nur noch für den Chemieunterricht dienen und ebenfalls für einen fachgemäßen Oberstufenunterricht hergerichtet werden.




Finanzplan


Neubauvorhaben 2003/2006

Werkstattgebäude und Gebäude für Naturwissenschaften

Kosten DM Euro
1 Werkstatt/Handarbeit 2.050.000,00 1.048.148,00
2 Naturwissenschaften/Zeichen 1.040.000,00 531.744,00
3 Außenanlagen 210.000,00 107.371,00
4 Einrichtung 300.000,00 153.388,00
5 Zwischenfinanzierung 200.000,00

102.259,00



Gesamt

3.800.000,00

1.942.910,00

Finanzierung
1 Landeszuschuss 1.775.000,00 907.543,00
2 andere Zuschüsse 75.000,00 38.347,00
3 Eigenleistung 300.000,00 153.388,00
4 Spenden 550.000,00 281.211,00
5 Darlehen 1.100.000,00

562.421,00

Gesamt 3.800.000,00 1.942.910,00



Bauplanung, Projekt- und Kostensteuerung
Der Raumbedarf ist vom Kultusministerium als notwendig anerkannt worden. Die bezuschussungsfähigen Kosten sind mit 3,55 Mio. DM (rund 1,82 Mio. €) festgestellt worden. Die Bürgermeisterin der Stadt Eckernförde und die regionalen Landtagsabgeordneten unterstützen dieses Bauvorhaben.
Mit der Planung und dem Bauantrag haben wir das Architekturbüro Prof. Dr. Ulrich Stumpf in Kiel beauftragt. Die Bauplanung vor Ort wird von dem Architektenbüro Näve und Reichard aus Eckernförde durchgeführt. Die Aufgaben der Projektsteuerung, Kostenkontrolle und -steuerung sowie der öffentlichen Ausschreibung hat die Ingenieurgesellschaft H+K+S aus Holzminden übernommen. Die Kosten des Neubaus "Werkstätten - Oberstufentrakt - Naturwissenschaften" sind von der Fa. H+K+S überprüft auf rund € 1.840.000,- (DM 3.600.000) veranschlagt worden.

Vorrangige Aufgabe der Ingenieurgesellschaft ist die "Kostenlenkung zum Einhalten des Finanzierungsrahmens". Somit wird Sorge dafür getragen, dass bei der Durchführung der Baumaßnahme die Finanzierungs-Bedingungen eingehalten und die Kosten in Grenzen gehalten werden. In den Jahren 1986/87 haben wir mit dieser Firma bereits gute Erfahrungen gemacht. Auch andere Schulen in Schleswig-Holstein konnten ihre Bauvorhaben kostengünstig und -begrenzend mit dieser Gesellschaft abschließen.

Zur Finanzierung ist ein anteiliger Landeszuschuss in Höhe von 50 % der vom Ministerium anerkannten Baukosten eingeplant. Da die Zahlung des Landeszuschusses durch Verplichtungsermächtigungen auf mehrere Jahre verteilt wird, fallen Kosten für die Zwischenfinanzierung dieser zugesagten Zuschüsse an. Diesen Finanzierungsbetrag rechnen wir mit rund € 102.000,- (DM 200.000) ein, sodass sich die Gesamtkosten in Höhe von € 1.942.910,- (DM 3.800.000) ergeben.



Zur Finanzierung des Bauvorhabens
Für die Gründung und für den bisherigen Aufbau der Schule mussten beträchtliche finanzielle Lasten aufgenommen werden, an deren Tilgung die Schulgemeinschaft immer noch zu tragen hat.
Der Ankauf von Grund und Gebäuden des ehemaligen Altersheimes sowie der Neubau des Westflügels und der Mehrzweckhalle sind im Wesentlichen ohne öffentliche Zuschüsse gebaut worden, da diese Mittel damals nicht anteilig seitens des Landes gewährt wurden. Anerkannt seitens des Landes wurde aber eine Kostenmiete, die der Schulverein an den Förderverein zahlt. Diese Miete, die aus dem laufenden Schulhaushalt aufgebracht werden muss, ist wesentliche Grundlage für die Finanzierung der Bauten.
Erst durch jahrelanges beharrliches Verhandeln konnten wir erreichen, dass sich das Land zukünftig mit zusätzlichen Bau-Zuschüssen bei der Finanzierung der anerkannten Kosten in Höhe von 50% beteiligt. Durch Berücksichtigung unseres Bauvorhaben in der Rangfolgeliste der Freien Waldorfschulen in Schleswig-Holstein an vorrangiger Stelle ist die entsprechende Bezuschussung durch das Land ermöglicht worden.

Eine starke Hilfe für unser Bauvorhaben haben wir inzwischen durch eine wesentliche finanzielle Zuwendung der Software AG Stiftung in Höhe vom 100.000.- € erhalten. Der entsprechende Antrag ist von uns 2001 gestellt worden. Nach einer Begutachtung unserer Schule durch die Stiftung im Januar 2002 haben wir nunmehr die Zuwendung erhalten.

Die jährlichen Finanzierungskosten für die aufzunehmenden Darlehen sollen durch eine maßvolle Erhöhung der Schulmiete an den Förderverein und durch den kontinuierlichen Rückgang der finanziellen Belastungen aus den bisherigen Schulbauten getragen werden.

Grundsätzlich ist keine Eltern-Beitragserhöhung aufgrund des Neubaus geplant und wohl auch nicht notwendig. Wir haben bisher gute Erfahrungen mit den Eigenleistungen ("Muskelhypothek") unserer Elternschaft im Kindergarten und in der Schule gemacht. Dieses starke Engagement der Eltern wird weiterhin dazu beigetragen, bei unseren bisherigen Unternehmungen die sicherlich geringere Wirtschaftskraft unserer Region auszugleichen. Beitragserhöhungen (Schulgeld) für den Schulbetrieb aufgrund der allgemeinen Teuerungsrate bzw. Inflation der Sachkosten des Schuletats müssen ggf. von Jahr zu Jahr erwogen werden.

Darüber hinaus erbitten wir (insbesondere auch aus steuerlichen Gründen) durch Aufrufe direkte Spenden für einzelne Bauvorhaben und spezielle Anschaffungen. Für das neue Bauvorhaben wollen wir gezielt Spenden in Höhe von rund € 25.000,- von Eltern, Freunden, Firmen und Förderern einwerben.

Des Weiteren haben wir eine Broschüre zum Schulneubau, die "Bauzeitung" herausgeben.

Download: bauzeitung.pdf (2,4 MB)

Das "waldorfcard" -Projekt, wie in Neumünster bereits erfolgreich praktiziert (Siehe: www.waldorf-sh.de ), soll auch auf unseren Wirtschaftsraum übertragen werden. Wenn sich wie dort etwa 20 Firmen beteiligen, können mit dieser Bonuskarte für unseren Fördererein jährlich rund € 5.000,- an Zuwendungen erzielt werden.


Aktuell:
  • Am 09.04.2002 wurde die Baugenehmigung für die Erweiterung der Waldorfschule - 1. Ausbaustufe - durch die Stadt Eckernförde erteilt.
  • Am 28.08.2002 war Submission, d.h. bis dahin mussten alle Bewerbungen um die Bauausschreibungen eingegangen sein.
  • Am 14.10.2002 war Baubeginn, dabei wurde zuerst der alte Werkstattpavillon abgebrochen.
  • Am 23.01.2003 fand die Grundsteinlegung des neuen Werkstattgebäudes statt.
  • Das Richtfest fand am Donnerstag, 22. Mai 2003 statt.
  • Die Einweihung fand am 6. März 2004 statt.


Werkstattgebäude von Südwesten


Schlussbemerkung
Vor dem eigentlichen Baubeginn des Werkstattgebäudes waren bereits einige Arbeiten im Frühjahr und Sommer 2002 zur Vorbereitung nötig: Baumfällen, Verlegen des Müllsammelplatzes, Aufstellen von Containern zur Einlagerung der Einrichtung der alten Werkstatt, Neubau einer Wasser- und Stromzuleitung, Abräum- und Abbrucharbeiten, Zufahrt- und Baustelleneinrichtung. Ende 2003 war das Werkstattgebäude bezugsfertig und Anfang März 2004 feierten wir Einweihung. Dann soll sich daran der Neubau des Oberstufentraktes "Naturwissenschaften/Zeichensaal" anschließen.

Von dem Neubau wird ein zukunftsträchtiger Impuls für unseren Schulstandort und die Region ausgehen. Durch die räumliche Verbesserung für den handwerklichen und naturwissenschaftlichen Unterricht an der Waldorfschule Eckernförde können wir verstärkt zeigen, dass "Waldorfschule nicht technologiefeindlich" ist. Die jährlichen Vorstellungen der Jahresarbeiten unserer 12-Klässler zeugen z.B. davon.
Durch ergänzende umweltpolitische Initiativen (wie durch das Erdwärme-Projekt) unserer Schulgemeinschaft machen wir deutlich, dass wir ökologisch-orientiert sind und dabei wirtschaftlich handeln.


Für den Vorstand des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik Eckernförde e.V.


Peter Frieß     Peter Hund     Thomas Claus-Schmiedehausen     Bernd Hadewig



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