Liebe Eltern,
vor einem Gespräch über die Aufnahme Ihres Kindes möchten wir Sie bitten, sich durch die folgenden Zeilen mit unserer Schule ein wenig vertraut zu machen.
Die Freie Waldorfschule Eckernförde hat zur Zeit etwa 450 Schülerinnen und Schüler in 19 Klassen (davon 6 Förderklassen). 1984 wurde die Schule in der Ostseestadt gegründet mit dem Ziel, Kinder im Sinne der Pädagogik Rudolf Steiners zu erziehen. Sie folgt dabei dem Vorbild der ersten Waldorfschule, die 1919 in Stuttgart gegründet wurde. Die Schulzeit beträgt grundsätzlich 12 Jahre, während derer die Schülerinnen und Schüler in einer Klasse zusammen
bleiben. In jeder Klassenstufe wird ein methodisch und stofflich altersgemäßer Unterricht erteilt. Dieser beruht auf der Menschenkunde Rudolf Steiners und wird ständig von der Gemeinschaft der Waldorflehrerinnen und -lehrer weiter ausgearbeitet.
Im Vordergrund steht dabei die Erziehung zur selbstbewußten und frei handelnden Persönlichkeit.
Unser Bestreben kann nur dann erfolgreich sein, wenn wir - Elternhaus und Lehrerkollegium - in gemeinsamer Verantwortung für Ihr Kind uns gegenseitig unterstützen. In diesem Sinne sind wir auf Ihre erzieherische Mithilfe angewiesen.
Pädagogische Zielsetzung und Gestalt der Waldorfschule
Begründung der 1. Waldorfschule
Im September 1919 wurde in Stuttgart die erste Freie Waldorfschule eröffnet. Auf eine entsprechende Anfrage Emil Molts, des Inhabers und Leiters der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, übernahm Rudolf Steiner die pädagogische Begründung und Leitung der neuen Schule.
Zur Person Rudolf Steiners
Dr. Steiner, 1861 im damaligen Österreich-Ungarn geboren, hatte an der Technischen Hochschule in Wien studiert und trat dann erstmals als Philosoph und als Herausgeber von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften hervor. Nach der Jahrhundertwende begründete er die Anthroposophie, aus der heraus er unter anderem eine zeitgemäße Pädagogik entwickelte. Auf der Grundlage einer geisteswissenschaftlich begründeten Menschenkunde erarbeitete Rudolf Steiner dann mit den Lehrern der Stuttgarter Schule die praktische Ausgestaltung der Waldorfpädagogik, die er als "Erziehungskunst" verstanden wissen wollte.
Nach Rudolf Steiners Tod 1925 und nach den Jahren des Verbots während der NS-Zeit breitete sich die Waldorfschul-Bewegung erst nach 1945 neu aus. Sie umfaßt im Jahr 2001 allein in Deutschland über 180 Schulen, weltweit etwa 800.
Grundlage der Waldorfpädagogik
Grundlage der Waldorfpädagogik ist die von Rudolf Steiner entwickelte Menschenkunde. Sie begreift den Menschen als eine Einheit aus Geist, Seele und Leib, als ein Wesen, das in seiner Entwicklung zu immer mehr Freiheit und Selbstbestimmung finden kann. Zur Entfaltung seiner vielfältigen Anlagen und Möglichkeiten ist der werdende Mensch allerdings auf Erziehung und Unterricht angewiesen, wobei sich Form und Inhalt einer dem Kind gerecht werdenden Pädagogik nach der jeweiligen Altersstufe zu richten haben.
Unterstufe
Das erste Lebensalter umfaßt die Vorschulzeit bis etwa zum 7. Lebensjahr. Mit dem Zahnwechsel, dem äußeren Zeichen der Schulreife, beginnt dann eine neue Entwicklungsphase. Nun bedarf das Kind der liebevollen Autorität des Erwachsenen, dem es vertrauen und nachfolgen kann. Die Waldorfschule trägt diesem Bedürfnis Rechnung, indem sie das Kind in den ersten acht Schuljahren einem Klassenlehrer oder einer Klassenlehrerin anvertraut, der oder die einen Großteil des Unterrichts erteilt. Er oder sie schafft dadurch die Hülle, die
das Kind braucht, um seine Fähigkeiten und Anlagen möglichst vielfältig auszubilden.
Deshalb wird zum einen besonderer Wert darauf gelegt, daß die einzelne Klasse auch in sozialer Hinsicht zu einer Gemeinschaft zusammenfindet, auf der anderen Seite, daß den Schülerinnen und schülern viele verschiedene Fächer angeboten werden, wobei der handwerkliche und künstlerische Unterricht gleichrangig neben dem der Fremdsprachen- und Hauptunterrichtsfächer (wie Deutsch, Rechnen, Natur- und Heimatkunde) stehen sollte.
Bei alledem kommt es der Waldorfschule entscheidend darauf an, das Kind nicht zu früh intellektuell zu belasten.
Deshalb wird in den ersten Schuljahren eine intellektuelle Vorgehensweise möglichst vermieden; stattdessen versucht der Lehrer, zu den Kindern in lebensvollen Bildern zu sprechen, um ihre Phantasie anzuregen und lebendig zu erhalten.
Mittelstufe
Mit zunehmendem Alter ändern sich dann allerdings die Anforderungen, die an den Unterricht gestellt werden. So verliert die Schule immer mehr den teilweise noch spielerischen Charakter der ersten Jahre - Lernen und Arbeiten treten zunehmend in den Vordergrund. Besonders in den Jahren der mittleren Kindheit werden deshalb auch die Gedächtniskräfte des Schülers angesprochen und genutzt. So wird vieles auswendig gelernt und eifrig rezitiert. Dem starken Tätigkeitsdrang wird in diesen Jahren dadurch Rechnung getragen, daß die Schüler lernen, wie man ein Haus baut und den Garten bestellt; auch der verstärkte Sportunterricht kommt diesem Bedürfnis nach Bewegung entgegen. Auf der anderen Seite soll aber auch der Schönheitssinn der Kinder gepflegt und gefördert werden. Hierzu tragen neben den bekannten musischen und künstlerischen Fächern besonders auch die Eurythmie und das Formenzeichnen bei.
Oberstufe
Mit der Pubertät geraten die Jugendlichen in eine tiefgreifende Krise, die sie gleichermaßen physisch wie seelisch ergreift und verändert. Der Jugendliche ist jetzt "erdenreif", wird wacher und unsicherer, kritischer und einsamer. In der Waldorfschule findet diese tiefgreifende Metamorphose besondere Berücksichtigung: Mit dem Ende des 8. Schuljahres schließt die Klassenlehrerzeit - es beginnt die Oberstufe, in der nun die verschiedenen Fächer von einem Kreis wechselnder Fachlehrer gegeben werden. Besondere Bedeutung wird nun der Ausbildung eines eigenständigen Urteilsvermögens zugemessen. Jetzt sollen und müssen die Schüler/innen ihre Denkkräfte einsetzen, Kritikfähigkeit erüben und die Kunst des Differenzierens lernen. Durch die vielfältigen Möglichkeiten, die der Lehrplan der Freien Waldorfschulen bietet, wird dieser Entwicklungsschritt zur Mündigkeit und Ausprägung der eigenen Individualität noch weiter unterstützt, so dass die berechtigte Hoffnung besteht, daß die Schüler nach der 12. Klasse als verantwortungsbewußte und eigenständige Menschen in die Arbeits- und Berufswelt entlassen werden können.
Im Sinne der Waldorfpädagogik liegt also das, was Rudolf Steiner in einem Meditationswort einmal so ausgedrückt hat:
"Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen,
zur Freiheit entlassen."
Der Aufbau des Unterrichts an der Freien Waldorfschule Eckernförde
Lehrplan
Die didaktische Auswahl der Unterrichtsinhalte folgt den Anregungen, die Rudolf Steiner noch selbst gegeben hat. Der seither sich entwickelnde Lehrplan ist von den Waldorflehrern ergänzt und ausgestaltet worden. Die Waldorfschule ist also auch hierin unabhängig von etwaigen Beschlüssen des Kultusministeriums, ja ist sogar per Verfassungsauftrag dazu angehalten, eigene pädagogische Ideen zu entfalten.
Epochenprinzip und Hauptunterricht
Der tägliche Unterricht beginnt mit einer Doppelstunde, in der drei oder vier Wochen lang ein Sachgebiet durchgenommen wird. Durch diese intensive Behandlung wird eine wesentliche Vertiefung und Ökonomie des Unterrichts erreicht. Fächer, die auf diese Weise - also epochal - erteilt werden, sind: Schreiben, Lesen, Formenzeichnen, Rechnen, Geometrie, Natur- und Heimatkunde, später dann auch Deutsch, Mathematik, Geschichte, Erdkunde, Kunstgeschichte, Physik, Biologie und Chemie.
Fachunterricht
Nach diesem sogenannten Hauptunterricht folgen am Vormittag zwei bis vier Fachstunden und - soweit in den höheren Klassen notwendig - weitere am Nachmittag. Hier werden die Fächer behandelt, die regelmäßige Übung erfordern, wie die Fremdsprachen, Musik, Eurythmie, Tur- nen, Handarbeit und Werken.
Fremdsprachen
Vom ersten Schuljahr an wird neben Englisch auch Französisch als zweite Fremdsprache in unserer Schule angeboten. Zunächst werden die Sprachen in Gedichten, Liedern, Dialogen und kleinen Spielen vermittelt, ehe etwa ab der 4. Klasse auch Schreiben, Lesen und Grammatik der fremden Sprache gelernt werden.
Ab der 7. Klasse wird Latein als 2. Fremdsprache angeboten.
Religionsunterricht
Der Unterricht an der Waldorfschule ist durch das Bemühen gekennzeichnet, in jedem einzelnen Fach die ursprünglich gegebene Einheit von Wissenschaft, Kunst und Religion zu berücksichtigen. Da die Waldorfschule Wert darauf legt, dass alle Kinder einen Religionsunterricht besuchen, wird für Schüler, die an keinem konfessionellen Unterricht teilnehmen, von Lehrern der Schule - im Auftrag der Anthroposophischen Gesellschaft - ein Freier Christlicher Religionsunterricht gegeben.
Eurythmie
Diese von R. Steiner begründete Bewegungskunst hat ihre Wurzeln in der menschlichen Sprache sowie dem Gesanglich-Musikalischen. Die diesen ur-menschlichen Wesensäußerungen zugrunde liegenden Impulse finden in der Eurythmie ihren sichtbaren Ausdruck durch eine den ganzen Menschen erfassende Bewegungssprache. Ihre Möglichkeiten reichen bis tief in den therapeutisch-heilenden Bereich. Eurythmie wird unterrichtet von der 1. bis 12. Klasse; Heileurythmie kommt nach Bedarf in Einzelstunden hinzu.
Handwerklich-künstlerische Fächer
Die musischen Fächer erfahren ihre Ergänzung durch die bildenden Künste (Malen, Zeichnen, Plastizieren) und die handwerklichen Unterrichte. Wichtig ist uns dabei, daß Mädchen und Jungen diese Fächer gemeinsam besuchen. So sind die Jungen selbstverständlich in der Handarbeit dabei, während die Mädchen sich auch im Werken (Arbeiten mit Holz und Ton sowie Kupfertreiben) üben.
Grundkenntnisse des Garten- und Landbaus erwerben die Schüler theoretisch und praktisch.
Monatsfeiern
Die Monatsfeiern und die Veranstaltungen anläßlich der großen Jahresfeste bieten den Schülern Gelegenheit, sich wechselseitig auf der Bühne wahrzunehmen. Bei diesen Feiern zeigen die einzelnen Klassen, was sie gelernt haben, indem sie zum Beispiel musizieren oder rezitieren oder Eurythmie präsentieren.
Noten und Zeugnisse
In unserer Schule wird bewußt darauf verzichtet, die Leistungen der Schüler in abstrakten Noten zu messen; auch ein "Sitzenbleiben" gibt es bei uns nicht, damit das Kind in seiner Jahrgangsklasse bleiben kann. Trotzdem erhalten die Schülerinnen und Schüler auch Zeugnisse, die allerdings in Form von ausführlichen Charakterisierungen des jeweiligen Schülers und von möglichst differenzierten Beurteilungen seiner Leistungen geschrieben werden.
Prüfungen, Abschlüsse und Abitur
Jeder Absolvent unserer Schule sollte die Möglichkeit bekommen, nach den 12 Schuljahren eine qualifizierte Abschlußprüfung abzulegen. Auch wenn von seiten der Waldorfschulen grundsätzliche Vorbehalte gegen die Art und Weise staatlicher Prüfungen bestehen, werden deshalb unsere Schüler/innen auf diese Abschlüsse gewissenhaft vorbereitet.
Begabtere Schüler können in einer 13. Klasse auf das Abitur vorbereitet werden, das von den Oberstufenlehrern unserer Schule in Zusammenarbeit mit einer staatlichen Prüfungsdelegation abgenommen wird. Mit diesen Prüfungen erreichen unsere Schüler/innen dann Abschlüsse, die denen der staalichen Schulen gleichwertig sind.
Förderklassenbereich an der Waldorfschule Eckernförde
Die Freie Waldorfschule Eckernförde hat in ihrer Schulgemeinschaft zusätzlich zu
den "großen" Klassen (1-13) sechs Förderklassen für Lern- und Erziehungshilfe,
in der auf Grundlage der Waldorfpädagogik Kinder unterrichtet werden, denen
das Lernen oder das Leben in einer größeren Gemeinschaft schwerfällt.
Das Konzept ist auch auf "integrative Maßnahmen" ausgelegt, um im Einzelfall geistig und körperlich behinderten Kindern die Möglichkeit zu geben, in den "kleinen Klassen" gefördert zu werden.
Die Klassenstärke (10-15 Schüler) richtet sich nach den individuellen Schwierigkeiten
der Schüler der jeweiligen Klasse. Der Unterricht in den "kleinen" Klassen ermöglicht es den Lehrern, sich jedem einzelnen Schüler in besonderer Weise zuzuwenden
und ihm gezielte Hilfen zu geben.
Das Kollegium der Schule arbeitet mit dem Ziel, die Persönlichkeit der Schüler zu
stabilisieren, individuelle Entwicklungsbedürfnisse aufzugreifen und die jungen
Menschen nach ihren jeweiligen Möglichkeiten zu einer selbständigen Lebensführung
zu befähigen.
Die Aufnahme eines Kindes erfolgt nur nach pädagogischen Gesichtspunkten
und ist unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern.
Unter- und Mittelstufe
Viele Kinder mit auffälligen Verhaltensweisen haben eine tiefe Sehnsucht nach verlässlichen, haltgebenden menschlichen Begegnungen. Sie suchen nach einer Bezugsperson, die
sich ganz auf ihre individuellen Entwicklungswege einlässt. So führt der Klassenlehrer
in der Regel seine Klasse vom l. bis zum 8. Schuljahr und unterrichtet
in diesen acht Jahren jeden Morgen seine Schüler in einander abwechselnden
mehrwöchigen Epochen in den verschiedenen Stoffgebieten. "Sitzenbleiben"
oder eine Selektion durch Notengebung findet nicht statt. Der Lehrer
orientiert sich an dem Lehrplan der Waldorfschule, passt ihn aber den
jeweiligen Möglichkeiten seiner Schüler an:
- Deutsch, Rechnen, Formenzeichnen ab l. Klasse,
- Sachunterricht (Ackerbau, Hausbau, Handwerk) 3. Klasse
- Erdkunde, Naturkunde ab 4. Klasse
- Naturwissenschaften ab 6. Klasse
Große Bedeutung kommt der täglichen Bewegungs- und Sprachschulung zu
(rhythmischer Teil), sowie den künstlerischen Betätigungen in Musik und Malen.
So verwandeln sich im Laufe der ersten acht Jahre Formen und Inhalte des
Klassenlehrerunterrichts gemäß den Veränderungen der Schüler. Aller Lernstoff
dient dabei nicht primär der Wissensvermittlung, sondern vor allem der
Entwicklungsförderung der Kinder.
Klassenfahrten und vielfältige Unternehmungen stärken die Klassengemeinschaft.
Bei Schulfeiern und bei Veranstaltungen wird die ganze Schulgemeinschaft
erlebbar.
Fachunterricht und Therapien
Gemeinsam mit dem Klassenlehrer finden sich mehrere Fachlehrer zu einem
Klassenkollegium zusammen, das in enger Abstimmung die Schüler wahrnehmen und
fördern will. Folgende Fächer treten im Laufe der Jahre auf:
- Handarbeit, Spielturnen (Sport), Religion, Englisch, Eurythmie ab l. Klasse,
- Werken ab 5. Klasse,
- Gartenbau ab 6. Klasse.
Darüberhinaus soll den Kindern durch gezielte therapeutische Einzelmaßnahmen
geholfen werden, ihre individuellen Schwächen und Störungen auszugleichen
oder zu überwinden. Der Schularzt berät mit den Therapeuten und den Lehrern,
was das einzelne Kind braucht, sei es Heileurythmie, Sprachtherapie oder Lese-
Rechtschreibförderung.
Mitwirkung der Eltern
Die Freie Waldorfschule Eckernförde versteht sich als eine von der Gemeinschaft
der Kinder, ihrer Eltern und den Lehrern getragene Schule. Nimmt sie ihren
Erziehungsauftrag ernst, muss sie eng mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten
zusammenarbeiten:
- in Einzelgesprächen, auch bei Hausbesuchen,
- auf Klassenelternabenden zur pädagogischen Situation der Klasse,
- auf klassenübergreifenden Elterntagen zu grundlegenden pädagogischen Fragen,
- im Eltern-Lehrer-Kreis,
- in verschiedenen Arbeitskreisen zur Selbstverwaltung einer "Schule in freier Trägerschaft",
- und nicht zuletzt bei der Gestaltung des Schullebens und der Vorbereitung von Schulfesten.
Oberstufe
Das Oberstufenkonzept des Förderbereiches der Waldorfschulen umfasst vier
Jahre und hat zum Ziel, die Schüler zur Berufsreife zu führen. Es ist so vielfältig
und durchlässig gestaltet, dass auch individuelle Gegebenheiten der Schüler
berücksichtigt werden können.
Der Klassenlehrer tritt in der Oberstufe stärker zurück, die Unterrichtsepochen
werden nun von verschiedenen Lehrern erteilt. Durch enge Zusammenarbeit der
Oberstufenlehrer werden die Jugendlichen aber weiterhin sehr persönlich
wahrgenommen und angesprochen, um ihnen auch im Durchgang durch die Pubertät
Verbindlichkeit und Sicherheit zu vermitteln.
Neben die mehr betrachtenden, allgemeinbildenden Fächer treten vor allem
im Nachmittagsunterricht in dieser Altersstufe verstärkt praktische Fächer. Die
Schüler sollen sich handwerklich auseinandersetzen mit verschiedenen Materialien
(Metall, Holz, Stein, Textil) und darüberhinaus Erfahrungen in verschiedenen
Arbeitsbereichen machen:
Korbflechten, Buchbinden, Kochen/Hauswirtschaft, Schmieden, Weben, Töpfern,
Buchführung (Schülerfirma "Hefte und Co") und in größerem Umfang Gartenbau
stehen auf dem Stundenplan.
Bewusst werden auch außerschulische Fachleute wie z.B. Landwirte und
Handwerksmeister in diese praktischen Fächer einbezogen, um auf die andere
Ansprache in der Berufswelt vorzubereiten.
Dazu dienen auch die umfangreichen Praktika:
- in der Landwirtschaft
- im sozialen Bereich (Altersheim, Krankenhaus etc.)
- im Handel oder in Handwerksbetrieben
In Zusammenarbeit mit den Eltern und der Berufsberatung wird dann nach geeigneten
Arbeitsplätzen und Lebenszusammenhängen gesucht.
Am Ende der Oberstufenzeit soll von jedem Schüler eine Jahresarbeit vorgestellt werden.
Bei entsprechender Befähigung kann der Hauptschulabschluss erworben werden,
im übrigen endet die Schulzeit mit dem Abschluss gemäß dem Lehrplan für Sonderschulen.
Verwaltung und Organisation der Schule
Rechts- und Wirtschaftsträger der Freien Waldorfschule Eckernförde ist der "Schulverein der Freien Waldorfschule Eckernförde e.V.", dem die Eltern der Schüler, die Lehrer und die Freunde der Schule als Mitglieder angehören.
Zur Organisation und Regelung des Schullebens gibt es verschiedene Gremien, in denen Lehrer und Eltern zusammenarbeiten.
Lehrerkollegium
Das pädagogische Leben wird durch die Gesamtheit des Lehrerkollegiums gestaltet. Es gibt keinen Direktor und keine Unterschiede im Rang unter den Kollegen. Jeder hauptamtlich tätige Lehrer verantwortet mit, was in der gemeinsamen wöchentlichen Konferenz beschlossen wird.
Vorstand
Der Vorstand des Schulvereins, der in einer Mitgliederversammlung gewählt wird, führt die Geschäfte und kümmert sich um die rechtlichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Schule.
Eltern-Lehrer-Kreis
Im Rahmen der Schulgremien nimmt der Eltern-Lehrer-Kreis eine besondere Stellung ein. Hier treffen sich etwa einmal im Monat Eltern und Lehrer, um über pädagogische und schulische Fragen zu beraten. Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern wird auch sonst auf verschiedene Art gepflegt: Durch Elternabende der Klassen und Hausbesuche, durch Informationsveranstaltungen und Arbeitskreise. Die Schule soll also wirtschaftlich und geistig von Elternschaft und Kollegium in gemeinsamer Verantwortung getragen werden, um den Kindern so gerecht zu werden, das sie in ihrer Entwicklung zu freien Menschen so gut wie möglich gefördert werden.
Teil des Freien Geisteslebens
Mit diesem pädagogischen Auftrag verknüpft, sieht sich unsere Waldorfschule als Teil eines sich entfaltenden Freien Geisteslebens - in der Hoffnung, gemeinsam mit anderen Trägern des kulturellen Lebens einen Beitrag zu leisten für eine vielgestaltige und geistig fruchtbare Bildungslandschaft.
Bernd Hadewig