Staatliche Abschlüsse

Unsere Schule bietet alle Abschlüsse an, die auch an allgemein bildenden Schulen in Schleswig-Holstein angeboten werden. D. h., für die Abschlüsse der Sekundarstufe I (Erster allgemeinbildender und Mittlerer Schulbschluss - früher Haupt- und Realschulabschluss) und der Sekundarstufe II (Abitur). Auch die Fachhochschulreife kann an unserer Schule erworben werden. Fast alle Schüler unserer Schule erlangen den mittleren Schulabschluss und über die Hälfte gehen mit Erfolg weiter zum Abitur.

Die an Waldorfschulen erworbenen staatlichen Schulabschlüsse haben ausnahmslos dieselbe Gültigkeit wie diejenigen der staatlichen Schulen. Das Abitur wird als externe Prüfung abgenommen. Bei diesen externen Prüfungen kommen Kollegen staatlicher Schulen sowie Mitarbeiter der zuständigen Schulverwaltung an unsere Schule und nehmen die mündlichen Prüfungen mit ab, wobei der prüfende Fachlehrer der Waldorflehrer ist, den die Schüler kennen. Die schriftlichen Arbeiten werden sowohl von einem Waldorflehrer als auch von einem Kollegen einer staatlichen Schule korrigiert.

Vergleicht man die durchschnittlichen Abschlussnoten von Waldorfschülern mit denen von Schülern staatlicher Schulen, erreichen die Waldorfschüler ähnliche, häufig sogar bessere Noten.

Waldorfeigene Prüfungen

In Waldorfschulen können die Schüler ihre Lernerfolge und ihr Können auf vielfältige Weise unter Beweis stellen. Im weitesten Sinne sind dies Prüfungen, die sich unmittelbar aus dem pädagogischen Zusammenhang ergeben und dadurch eine sinnvolle Bewertung und Beurteilung ermöglichen. Die vielfältigen Leistungsnachweise gehen in die jährlichen Text-Zeugnisse und in das Abschlusszeugnis ein, das jeder Waldorfschüler am Ende der zwölfjährigen Waldorfschulzeit bekommt. Einen allgemein anerkannten, eigenen Waldorfabschluss gibt es bisher noch nicht. Gemeinsam mit dem Bund der Freien Waldorfschulen arbeiten wir in einem bundes- und europaweiten Arbeitskreis an der staatlichen Anerkennung eines Waldorfabschlusses.

Unsere Schule hat - wie vielen andere Waldorfschulen auch - ihren eigenen "Waldorfabschluss" zum Ende der 12. Klasse entwickelt und mit Erfolg erprobt. Dabei haben sich als wesentliche Elemente herauskristallisiert:

  • das selbst inszenierte Klassenspiel in Klasse 11 oder 12
  • die Jahresarbeit
  • der Künstlerische Abschluss (Eurythmie, Musik, bildende Künste)
  • die Kunstreise in der 12. Klasse

Der Waldorfabschluss

Als Klassenspiel wird ein abendfüllendes Theaterstück aufgeführt, bei dem der Schüler sowohl eine Einzelleistung als auch seine Zusammenarbeit in der Gruppe zeigen darf.

In der Jahresarbeit fertigt der Schüler eine Individualleistung an: Er wählt sich in Absprache mit einem Lehrer ein Thema und bearbeitet es innerhalb eines Jahres. Die Präsentation der Ergebnisse der Jahresarbeit findet vor der Schulgemeinschaft statt. Die Jahresarbeit an einer Waldorfschule ist vergleichbar mit einer besonderen Lernleistung an einer staatlichen Schule und kann je nach Prüfungsordnungen des Bundeslandes auch von Waldorfschülernin die staatliche Prüfung eingebracht werden.

Für den Künstlerischen Abschluss wird ein Eurythmie- oder Musikprogramm einstudiert, in dem der Schüler – in der Gruppe oder einzeln – sein Können in dem jeweiligen künstlerischen Fach bei einer Präsentation zeigt. Wie beim Klassenspiel sind nicht nur Leistungen auf, sondern auch hinter (Kostüme, Kulissen) und neben (Werbung, Programmheft) der Bühne gemeint.

Alle Leistungen werden jeweils in Gutachten bescheinigt.

Wir haben mit diesem Abschluss die besten Erfahrungen gemacht. Den Schülern wird sowohl im kognitiven als auch im künstlerischen Bereich Gelegenheit gegeben, ihre Leistungsfähigkeit einzeln und in der Gruppe zu zeigen. Dabei werden alle Unterrichtsfächer und Projekte sowie die waldorfpädagogischen Besonderheiten einbezogen.