Eurythmie

Das Fach Eurythmie ist ein fester Bestandteil des Lehrplanes an allen Waldorfschulen. Unterrichtet wird dieses besondere "Waldorffach" in allen Altersstufen von der ersten bis zur zwölften Klasse.

Ursprünglich ist die Eurythmie als reine Bühnenkunst entwickelt worden. Bei der Gründung der ersten Waldorfschule integrierte Rudolf Steiner diese Bewegungskunst neben dem Sport mit in den Stundenplan. Er bezeichnete sie als "Turnen der Seele". In der Eurythmie wird versucht, sich den Gesetzmäßigkeiten der Sprache und der Musik durch Bewegung zu nähern. Während in den ersten Unterrichtsjahren die Bildhaftigkeit der Sprache im Vordergrund steht und die Kinder in spielerischer Form sich Rhythmen, Reime und Raumbewegungen erobern, geht es in der Mittelstufe mehr um die Beherrschung der eigenen Körperbewegungen. Durch geometrische Formen, klare Lautgebärden zur Sprache und verschiedene Stabübungen erarbeiten sich die Schüler ein Bewusstsein für Raum- und Körperbewegung.

In der Oberstufe stehen dann die seelischen Komponenten der Bewegung im Vordergrund. Durch die künstlerische Arbeit an den Gebärden zum Alphabet und zu den verschiedenen Tonarten, zu Takt, Rhythmus, zu grammatikalischen Gesetzmäßigkeiten in der Sprache, zum expressionistischen Gehalt eines Gedichtes u.v.m. lernen die Schüler viele Facetten der menschlichen Seelenempfindungen in der und durch die Bewegung kennen. Durch die gemeinsame Gestaltung choreographischer Gruppenformen wird zudem ein enormer und bewusster sozialer Übprozess in Gang gesetzt, der Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsbewusstsein fördert und fordert.