Schüler/innen aus östlichen Ländern zu Besuch in Eckernförde -  ein Projekt des Goethe Institutes

Der 19.09.2014, ein Freitagvormittag. Die Uhr zeigt 8:45h und so langsam versammeln sich immer mehr Menschen auf dem Parkplatz der Freien Waldorfschule Eckernförde. Dabei handelt es sich um Schüler/-innen der 9. sowie 13. Klasse -mein Jahrgang- und unseren anleitenden Lehrer in Bio und Chemie Herrn Reich. In Kürze erwarten wir 31 Schüler/-innen aus den östlichen Ländern: Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Finnland. Diese 28 Mädchen und acht Jungs sind zwischen 14 bis 18 Jahre alt und kommen von verschiedenen Gymnasien, die im Rahmen einer Aktion vom Auswärtigen Amt an einem Wettbewerb unter dem Motto: „Ostsee, Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ teilgenommen und gewonnen haben. Der Preis ist für diese Schüler/-innen nun eine Woche Programm an der Ostsee. So waren sie unter anderem auch schon segel in Kiel, beim OIC (Ostsee Informations Centrum) und nun folgt heute ein weiterer Punkt: eine theoretische und praktische Erläuterung zum Noor. So werden wir den Gastschülern etwas über die ökologische Beschaffenheit des Noor, der Schilfzone und dem Buchenwald erzählen. Um Letzteres nicht nur zu sehen sondern primär zu erleben, haben wir eine 300m lange Strecke mit einem dünnen Seil gespannt, an dem man dann barfuß und mit verbundenen Augen sich lang tasten kann.

Die Uhr zeigt inzwischen 9:10h und die meisten der auswärtigen Schüler/-innen und ihre Begleitpersonen sind auf dem Parkplatz versammelt. Auch die Leiterin dieses Projekts Fr. Dr. Günther vom Goethe Institut ist dabei. Das Goethe Institut ist eine international bekannte Stiftung der Sprache und Kultur Deutschlands. Auch bei diesem Projekt „SOS Ostsee“ soll neben der Ostsee, dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit auch die deutsche Sprache und der internationale Austausch gefördert werden.

Die deutsche Sprache ist nach ihrer internationalen Bedeutung auf einer Ebene mit Chinesisch, Arrabisch oder Russisch, steht den anderen Sprachen aber an der Anzahl der Muttersparachler weit zurück und liegt somit auch nur auf Platz zehn der Weltsprachen, noch hinter Portugiesisch und Bengdalisch. Deutsch hat nach der Website „weltsprachen. net“ rund 185 Mio. Sprecher von denen der größte Teil (105 Mio.) Muttersprachler ist. Sie gilt als eine der am schwierigsten zu lernenden Sprache und wird aufgrund ihrer Komplexität nur selten perfekt beherrscht, auch von Muttersprachlern nicht.

Uns wurde gesagt, die Schüler/-innen aus den östlichen Ländern können Deutsch und wir sollen unsere Vorträge auch auf Deutsch halten damit sie ihr Vokabular erweitern können. In Gesprächen und auch während der Vorträge wird schnell deutliche, dass es dennoch große Unterschiede zwischen unserem und deren Deutsch gibt. Aber man konnte sich unterhalten und auf die Frage ob sie uns und die Vorträge überhaupt verstehen können kam immerhin die Antwort: „Ein Bisschen...“.
Des weiteren erfreute die 300m Tour quer durch den Wald die Menge, schließlich sollte hier auch in vollkommener Stille gegangen werden,- es ging um das Erleben.

Im nach hinein kann ich sagen das Projekt als positiv erlebt zu haben. Denn gerade heute, wo der Osten, primär Russland (Krim-Konflikt. Westen verhängt Sanktionen.) viel in den Medien vertreten ist, in Syrien die Terrorgruppe „IS“ den Islamischen Staat wieder erbauen möchte und in Israel die Juden den Gazastreifen bombardieren,- gerade heute, wo sich der Westen fragt was er tun kann, tun sollte und so vieles an der Kommunikation scheitert, gerade dann sind solche Projekte (scheinen sie auf den ersten Blick auch unscheinbar) der internationalen Beziehung und Kommunikation wichtig.

Das dies unter dem Motto „Ostsee, Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ passiert ist nicht nur mindestens genauso aktuell und nicht minder wichtig. Viel zu selten machen wir, die wir an der Ostsee wohnen uns bewusst, das diese schon (zumindest in großen Teilen) als „tote Zone“ gahandelt wird. Viele Bereiche dieses Meeres sind so am in ihrem Sauerstoffgehalt, dass dort kein Leben mehr stattfinden kann, sie sind tot.

Es war also schön an so einem Projekt mitzuwirken das gleich in vielerlei Hinsicht unterstüzungswert ist. Wir hatten einen schönen und eindrucksreichen Vormittag mit den Schülern aus den östlichen Ländern.
досвида́ния (Auf Wiedersehen)!

Laura