Die Orchesterarbeit

Eine Besonderheit an unserer Schule ist die Orchesterarbeit. Nachdem alle Schüler in den ersten drei Klassen die Pentaton– und die Blockflöte kennen und spielen gelernt haben, machen sie sich auf die Suche nach ihrem Orchesterinstrument. So haben sie etwa eineinhalb bis zwei Jahre Zeit, sich damit vertraut zu machen, ehe im fünften Schuljahr der Orchesterunterricht einsetzt. Jede der vier Mittelstufenklassen (5. - 8.) hat ein eigenes kleines Symphonieorchester, das mit wöchentlich zwei Stunden – neben dem eigentlichen Musikunterricht – fest im Stundenplan verankert ist.

Im Fokus dieses Unterrichts stehen neben dem Erwerb musikalischer Fertigkeiten und der intensiven Beschäftigung mit Komponisten und Zeitstilen vor allem die Entwicklung sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit. Die Schüler müssen im wahrsten Wortsinn aufeinander hören. Sie können sich mit ihren individuellen Mitteln (Instrumenten) in einen künstlerischen Gesamtprozess einbringen und zu dessen Gelingen beitragen, indem sie mit den Anderen in einer vom jeweiligen Werk objektiv vorgegebenen, strengen Zeitgestalt (Rhythmus) zusammenarbeiten. Dabei finden sie einen gemeinsamen musikalischen Ausdruck. Die Auftritte (etwa auf Schulfeiern oder bei der Präsentation des Klassenspiels im 8. Schuljahr) stärken den inneren Zusammenhalt und das Selbstbewusstsein des Einzelnen und mindern die Angst vor Publikum und Öffentlichkeit.

Ein eigens dafür gegründeter Verein verleiht Instrumente oder hilft bei deren Beschaffung. Er vermittelt auch Instrumentallehrer, die zum allergrößten Teil in den Räumen der Schule unterrichten und bei den jüngeren Schüler bemüht sind, die jeweiligen Stundenpläne zu berücksichtigen. So ist im Laufe der Jahre in unserem Haus eine richtige, kleine Musikschule entstanden.

Allen, die später auf entsprechend höherem musikalischen Niveau weiterarbeiten wollen, steht das Oberstufenorchester offen. Die Teilnahme ist freiwillig und die 60-70 Mitglieder nehmen die individuellen und gemeinsamen Übzeiten zu ihren schulischen und privaten Aktivitäten immer zusätzlich in ihren Wochenstundenplan auf.

Hier steht nun die Auseinandersetzung mit unbearbeiteter symphonischer Weltliteratur im Vordergrund. Die Schüler (9.-13. Klasse) lernen so diese großen Werke in intensiver Weise kennen und verschaffen sich über die Jahre einen gewissen Überblick. Für besonders engagierte junge Musiker besteht die Möglichkeit Solo-Konzerte einzustudieren und in authentischem Rahmen als eine Art musikalischer Reifeprüfung darzubieten. Die alljährliche Klausurwoche in Dänemark sowie die Aufführungen in der Schule und auf Tourneen geben der Arbeit im Oberstufenorchester einen besonderen Reiz.