Foto © Europäisches Jugendparlament in Deutschland e.V.

Europäisches Jugendparlament

Vom 31. März bis zum 3. April fand bei uns die Regionale Auswahlsitzung Nord des Europäischen Jugendparlaments statt. Rund 150 Jugendliche aus Norddeutschland und Europa haben sich an unserer Schule getroffen, um im Rahmen einer erweiterten Parlamentssimulation gemeinsam europäische Fragen zu diskutieren.

Das Europäische Jugendparlament in Deutschland e.V hat es sich zum Ziel gesetzt, den interkulturellen Austausch in Europa zu fördern, den europäischen Zusammenhalt zu stärken sowie Politik erfahrbar zu machen. Zu diesem Zweck werden zusammen mit den Partnerorganisationen aus ganz Europa Wettbewerbe veranstaltet, welche die realen Abläufe des Europäischen Parlaments nachbilden. In der Ausschussarbeit müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst in kleinen Gruppen ein Thema bearbeiten und den gemeinsamen Konsens in einer Resolution zusammenfassen. Diese gilt es dann der Parlamentarischen Vollversammlung zu präsentieren und zur Abstimmung zu stellen.

Die drei besten Delegationen sowie Einzeldelegierte werden zur nationalen Auswahlsitzung eingeladen und können von dort als Vertreter Deutschlands zu einer internationalen Versammlung des European Youth Parliaments gesandt werden.

Auch eine Delegation mit sieben Schülerinnen und Schülern sowie eine Einzeldelegierte unserer Schule nahmen dieses Jahr an der Auswahlsitzung zum Thema europäischer Tourismus teil.

Presse
Junge Europäer tagen (Kieler Nachrichten, 20.11.2015)
Europa kommt nach Eckernförde (Eckernförder Zeitung, 22.12.2015)
Jugendparlament tagt in der Waldorfschule (Kieler Nachrichten, 29.03.2016)
Frischer Wind im Landtag (Kieler Nachrichten, 02.04.2016)
Europa-Gedanke und Politik stehen hoch im Kurs (Eckernförder Zeitung, 02.04.2016)

Fotos © Europäisches Jugendparlament in Deutschland e.V.
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Internationales Forum in Kroatien

Nach der Regionalen Auswahlsitzung in Eckernförde haben sich einige Schüler auch noch auf eine weiter Veranstaltung des European Youth Parliaments in Kroatien begeben. Einen Reisebericht finden Sie nacholgend.

European politics at the Adriatic Sea

We were leaving Eckernförde on the 18th of April with a thrill of anticipation. We were on our way to Zadar, Croatia about to attend our first International Forum of the EYP1. Because of the very limited number of flights going to Zadar we'd arrive one day early so we could use the time to explore the city with some delegates from Poland. Naturally we went out to see the legendary sunset Alfred Hitchcock described as „the world's most beautiful sunset“ - we couldn't really detect any difference to German ones. But in the same spot is the famous sea organ, an organ played by the waves that was totally worth our time. The session started on Wednesday. After the opening ceremony the delegates split up into the previously designated committees. After having fun playing various team building games we were very well able to work together as a committee. So called chairs (group leaders, who are often not older than the delegates but have gained more experience) would direct the process. The next two days were dedicated to committee work, the committees worked on a possible plan of action concerning the issue they had been given. Next, the plan of action was stated in form of a „motion for a resolution“. The resolution has to have a specific pattern and has to be phrased very precisely, which was a tough task but luckily the chairs were there to spare us from yet another night shift on day three. Writing a resolution over the course of two days is very exhausting but also filled with a lot of fun and interesting debating. Mercifully there were parties for us to unwind, except for the third night when the chairs typed the resolution. Then we were ready for the really exciting part of the session, the GA (General Assembly). It lasted two days. During GA all the resolutions were discussed by all delegates. The discussion followed a strict parliamentary order and timing. If you were not fast enough you did not get to speak as time is often scarce. In Croatia we had more than one hour per resolution, an unusual high amount of time, however, as it was, we still didn't have enough time and not everybody got the chance to speak. Giving your own opinion in front of a hundred people is a highly pleasant feeling. I needed to gather all my courage to speak in front of all delegates, but I managed and very quickly even realized how much fun it actually was. Beside, all the other delegates quite obviously felt more or less the same. Afterwards I regretted that I hadn't been able to convince myself to give a speech, but I will make sure to do so at my next session. Starting EYP was more of a coincidence than a planned action, our school hosted a regional selection conference of EYP Germany and we were invited to participate. Attending the International Forum in Croatia was also a short-dated decision as we followed the open call for delegates of the session that had reached us two weeks beforehand. Only eight days previous to the event did we get confirmation that we could participate. Fortunately our teachers released us from school for this time. What I find most remarkable about EYP is the sense of community. Every time the European anthem is being played I become unusually emotional. But above all, I was tremendously impressed by how I felt when I had dinner with people from all over Europe on the Sunday following the Forum. We were sitting in a restaurant, people from Italy, Austria, Serbia, Poland and Germany, most of us had never met before our time in Croatia, and we simply discussed, played ate and had fun together. I won't forget this feeling any time soon. In my opinion political education and the knowledge how the EU works is crucial nowadays. EYP delivers that, gives you an insight into how politics work combined with fun and the great possibility to meet new people from all over Europe. We enjoyed the sessions we attended very much and recommend you to give it a good, too. If possible we'll form a school delegation to participate in a regional selection conference. If you're interested please contact me.

P.S. You will only improve your English if you speak. EYP is a great opportunity to do so, because the sessions are entirely in English. But don't worry, you get used to it very quickly.

Robin von Boetticher, 11a

1The European Youth Parliament is a politically unbound non-profit organisation, which encourages European youth to actively engage in citizenship and cultural understanding by simulating sessions of the European Parliament to an extend. (Wikipedia)

Das Europäische Jugendparlament

Spätestens als wir am 18. April zu viert im Auto saßen, hatte uns die Vorfreude erfasst. Wir fuhren nach Zadar, Kroatien, zu einem Internationalem Forum des European Youth Parliament (EYP1). Aufgrund der seltenen Billigflüge nach Zadar kamen wir, wie einige andere Delegierte, schon einen Tag vor Sitzungsbeginn an. So zogen wir am Abend mit einigen Polnischen Mit-Delegierten in die altrömische Innenstadt Zadars, aßen sehr leckere Pizza in einem Restaurant und genossen den Sonnenuntergang, für den die Stadt bekannt ist.
Am Mittwoch ging es dann los. Nach der Eröffnung teilten sich alle in die vorher bestimmten Ausschüsse zum Teambuilding auf. Im Teambuilding wurden wir durch Teamspiele zu einer Gemeinschaft, die dann an den nächsten Tagen gut zusammen arbeiten kann, zusammengeschweißt. Angeleitet wurde dies von den Chairs (Gruppenleitern), die selbst oft nicht alter waren als die Delegierten, nur über mehr Erfahrung verfügen, die ihren Ausschuss die ganze Sitzung über betreuen und anleiten.
Die nachsten zwei Tage steht Ausschussarbeit auf dem Plan, das heißt, dass man sich in den Gruppen zusammenfindet und sich Lösungen für das gestellte Problem sucht und diese dann in einer sogenannten Motion for a Resolution festhält2. Diese Arbeit ist anstrengend und zieht sich über die vollen zwei Tage ohne große Pausen, aufgelockert durch die abends stattfindenden Partys, doch steht am Ende die Resolution. Fertiggestellt wird sie (meist durch die Chairs) in einer schlaflosen Nacht, denn meistens muss noch die Formulierung angepasst werden, da es für Resolutionen eine sehr strenge Form gibt und sie möglichste präzise formuliert sein muss.
An den letzten beiden Tagen finden die General Assembly (GA, Generalversammlung) statt, dies ist für mich der spannendste Teil einer Sitzung, denn hier werden die geschriebenen Resolutionen diskutiert. Hierbei werden Reden gehalten und alle dürfen Fragen stellen und Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge machen (welche aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr in die Resolutionen eingebaut werden können). Das ganze läuft streng geordnet ab und wenn man nicht aufpasst, kommt man nicht zu Wort, da die Zeit häufig knapp ist. In Kroatien gab es jedoch mit über einer Stunde pro Gruppe ungewöhnlich viel Zeit. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man diesen 100 anderen Menschen sagt, was man anders machen würde. Man braucht eine kleine Portion Mut um das erste Mal zu sprechen, nur um dann festzustellen, dass die Aufregung umsonst ist, aber die meisten anderen auch aufgeregt sind. Nur zum Halten einer Rede konnte ich mich bislang auch noch nicht überzeugen, aber ich war ja auch erst auf zwei EYP-Sitzungen, für die nächste habe ich mir das schon fest vorgenommen.
Zu meiner ersten Sitzung kam ich durch unsere Schule, denn in den Osterferien hat unsere Schule eine Regionale Auswahlsitzung veranstaltet (die Delegierten haben hier gespeist und geschlafen), da wollte unsere Schule auch vertreten sein. Zu dem Forum in Kroatien sind wir sehr spontan gefahren, ca. zwei Wochen vor Beginn erreichte uns eine Email, in der stand, dass man dort noch Delegierte suche, die Teilnahmebestätigung haben wir acht Tage vor der Abreise erhalten. Glücklicherweise wurden wir auch so kurzfristig von der Schule befreit.
Meine schönste Erfahrung mit dem EYP ist die der Gemeinschaft. Ich verspüre sie jedes mal, wenn die Europahymne gespielt wird, während alle stehen, in einer Intensität, die ich vorher nicht kannte. Am stärksten beeindruckte es mich als wir in Kroatien (nach offiziellem Ende) abends essen gingen, zusammen mit Menschen ähnlichen Alters aus Italien, Österreich, Serbien, Polen und Deutschland, die sich teilweise noch nie vorher getroffen haben und diskutierten, spielten und aßen gemeinsam. Dieses Gefühl werde ich nicht so schnell vergessen.
Zwar wurde uns diese Erfahrung erst durch den Ruf nach Delegierten ermöglicht doch finde ich es immer wieder schade, wenn mich eine Mail mit einem solchen erreicht. Wir möchten gerne weiter am EYP teilnehmen, für eine Schuldelegation auf einer Regionalen Auswahlsitzung sind wir allerdings zu wenig und würden uns über Verstarkung freuen.

Robin von Boetticher, 11a

1 Das EYP ist eine Jugendorganisation, die Politik interessierte Jugendliche aus ganz Europa zusammen bringt um aktuelle politische Themen in ahnlicher Form wie im Europaischen Parlament zu besprechen (in Zadar waren einige davon die Syrienkriese, Grenzschutz und ubermaßiger Zucker, Alkohol und Tabakkonsum von Jugendlichen), die Sprache dabei ist naturlich durchgehend Englisch.
2 Eine Motion ist vom Aufbau ahnlich einer echten Resolution und sie werden von manchen Sitzungen dem Europaischen Parlament vorgelegt.