Die Oberstufe

Die Oberstufe der Waldorfschule umfasst das 9. bis 12. Schuljahr. Die Epochen des Hauptunterrichts in Deutsch, Mathematik, Geschichte, Geographie, Kunstgeschichte und den Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie werden nun von Fachlehrern gegeben, um so dem zunehmenden Interesse am Leben und den Gesetzen der Außenwelt und der Innenwelt anderer Menschen angemessen zu begegnen. So können Urteilskräfte in wachsender Tiefe und Differenzierung ausgebildet und geübt werden. Wie in den anderen Schulstufen sind also die Unterrichtsinhalte und -methoden abgestimmt auf die Entwicklungsbedingungen der Schüler. In den Fachstunden werden weiterhin die Fremdsprachen, künstlerische und handwerkliche Fächer wie Eurythmie, Musik, Plastizieren, Tischlern und Buchbinden unterrichtet. In diesen Stunden werden die Klassen halbiert oder gedrittelt. Außerdem gibt es Sport, Religion oder Ethik und Übstunden in Deutsch und Mathematik, in denen die oberen Klassen leistungs- bzw. abschlussbezogen geteilt und unterrichtet werden.

Das schulische Leben wird erweitert durch Praktika: im 10. Schuljahr ein Landbau-Praktikum und ein mit einer Klassenfahrt verbundenes Vermessungspraktikum und im 11. Schuljahr ein Betriebs- oder Sozialpraktikum.
Das 12. Schuljahr ist gekennzeichnet durch mehrere Veranstaltungen mit Abschlusscharakter: die Präsentation einer individuellen Jahresarbeit, ein Sport- und ein künstlerischer Abschluss in Form einer Abendvorstellung für die Schulöffentlichkeit; eine Abschlussklassenfahrt, häufig unter dem Aspekt der Kunstbetrachtung, und ein Theaterprojekt, das in eine öffentliche Aufführung mündet.
Mit der Oberstufenzeit eröffnet sich die Möglichkeit im Oberstufenorchester mitzuwirken. Viele Oberstufenschülerinnen und -schüler engagieren sich auch weiterhin im Circus Radefiz, sei es als Artist, als Manegenhelfer oder hinter den Kulissen.

Die in einer Oberstufenklasse unterrichtenden Kollegen treffen sich in Klassenkonferenzen, in denen die Entwicklung der Gemeinschaft wie auch einzelner Schüler betrachtet wird. Die Klassen werden in der Regel von zwei Lehrkräften betreut, die sich für die organisatorischen und sozialen Belange verantwortlich erklären. Dafür steht eine wöchentliche Betreuungsstunde zur Verfügung oder es werden Einzelgespräche frei vereinbart.
Vor dem Ende ihrer Waldorfschulzeit werden die Schüler mehrfach beraten im Hinblick auf ihren staatlich geprüften Schulabschluss. Jeder soll den ihm bestmöglichen Abschluss vermittelt bekommen. Ein Teil der Schülerschaft verlässt die Schule mit dem Realschul- oder Hauptschulabschluss. Eine andere Gruppe bereitet sich in einem 13. Schuljahr intensiv auf die Abiturprüfung vor. Eine Voraussetzung dafür ist der Besuch der Schule spätestens ab dem 11. Schuljahr.