Lernen in der Unterstufe

Mit dem Schuleintritt findet sich das Kind in einer großen neuen Gemeinschaft, der Klasse. Hier soll es nun seinen Platz im Ganzen des Klassenverbandes finden, sich mit seinen Schwächen aufgehoben fühlen und mit seinen Stärken prägend hinein geben. So ist es in den ersten Schuljahren, neben den eigentlichen Unterrichtsinhalten, eine Aufgabe des Lehrers, diese Gemeinschaft zu einer tragfähigen, belastbaren und fröhlichen Gruppe zu bilden. So kann sich das einzelne Kind entfalten, aber auch die Gemeinschaft achten, diese wird es bis in die 12. Klasse begleiten. Unterschiedlichste Begabungen und Kompetenzen bereichern sich gegenseitig positiv in der Entwicklung der Schüler. Deshalb pflegen wir die Achtung vor dem Verschieden- oder Anderssein als ein hohes Gut. Jeden Morgen werden die Kinder von ihrem Klassenlehrer, ihrer Hauptbezugsperson in der Schule, begrüßt, vor Unterrichtsbeginn kann ein vertrautes Gespräch stattfinden, nach den Hausaufgaben geschaut oder etwas Besonderes geübt werden. Oder die Kinder begegnen sich freudig im freien Spiel. Um 7.45 Uhr, mit dem Unterrichtsbeginn, beginnt das eigentliche Lernen. Sowohl das Bedürfnis der Kinder nach lebendiger Bewegung als auch die tiefe Sehnsucht nach Bildern und Erzählungen werden befriedigt.

Lernen durch Nachahmung

Im Wechsel werden Sprache, Musik, Rhythmus und Bewegung geübt und geformt. Die Nachahmung hilft den jüngeren Kindern bei der aktiven Aufnahme von Gedichten, Liedern oder dem Einmaleins. Im stetigen künstlerischen Üben erlernen die Kinder differenziert wahrzunehmen und schöpferisch zu gestalten. Damit eröffnen sich zwei grundsätzliche Lernebenen, die neben dem kognitiven Erfassen auch das Gefühls- und Willensleben der Kinder anregen. 


Jeder Schultag beginnt mit dem Hauptunterricht, den der Klassenlehrer in der ersten Doppelstunde erteilt. Gelernt wird in Epochen, in denen ein Fach (Formenzeichnen, Schreiben, Rechnen, in der 3. Klasse auch die verschiedenen Handwerke, der Hausbau und der Ackerbau sowie Heimat- und Tierkunde in der 4. Klasse) über meist 4 Wochen den täglichen Arbeitsschwerpunkt bilden. Das Gelernte verankern die Kinder in individuell gestalteten Lehrbüchern – den „Epochenheften“. Danach wechseln sich im Fachunterricht praktisches Tun (Handarbeit, Spielturnen u.a.) und Künstlerisches in der Eurythmie, im Malen, Singen und Musizieren sowie von der 1. Klasse an das Erüben der Fremdsprachen ab.