Husten im Konzert

Kurze Geschichten meist heiterer Art

Das diesjährige sprachlich-musikalische Programm entführt uns in die Welt des eher heiteren Genres, wobei der ein oder andere Text durchaus auch zum Nachdenken anregen kann. So zum Beispiel „Das Märchen von der Vernunft“ von Erich Kästner, in dem es um die sinnvolle Verteilung von Staatsgeldern geht, oder die irrwitzige Darstellung bürokratische Strukturen in „Bürokratie“ von Jo Hanns Rösler. Auch wird Kurt Tucholsky zu Worte kommen mit der Geschichte „Der Buchstabe G“, in dem er eine recht unbehagliche Situation schildert, die er durch das aufmüpfige Verhalten seines im Stimmbruch befindlichen Sohnes erleben muss.

Und, wer hat es nicht schon einmal erlebt, man sitzt in einem Konzert, der Hustenreiz quält, bis man nicht mehr anders kann ...; in wunderbarer Weise erzählt von Heinrich Böll in der Kurzgeschichte „Husten im Konzert“. Schließlich werden auch zwei Käfer, mit Namen Balduin Brummsel und Susummse Brummsel literarisch in Erscheinung treten; sie haben einen ganz alltäglichen, genauer, allabendlichen Ehekonflikt auszutragen ..., beschrieben von Manfred Kyber. Und nicht zuletzt wird auch Wolfgang Borchert mit zwei Geschichten zu Worte kommen: „Schischyphusch“ und „Ching Ling, die Fliege“ . In erst genannter Erzählung stehen sich zwei Menschen gegenüber, wie sie unterschiedlicher gar nicht sein können, aber beide mit dem gleichen Sprachfehler. Der eine hat ihn seit seiner Geburt, der andere durch eine Kriegsverletzung und beide fühlen sich zunächst durch den anderen auf die Schippe genommen ... . In „Ching Ling, die Fliege“ begegnet Borchert, im Gefängnis sitzend, einer Fliege, kommt mit ihr in ein Gespräch und lässt sich von ihr sogar weisheitsvoll belehren.

Ein besinnlich-heiteres, ein heiter-besinnliches Programm mit Musik für Klavier und Klarinette von Weber, Hindemith und Poulenc.

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