"Der Gesang im Feuerofen" Theaterstück 12A

Die 12. Klasse spielt: „Der Gesang im Feuerofen“ von Carl Zuckmayer

Es ist die Zeit der kalten, eiskalten Winde. Über die schroffe Berglandschaft der savoyischen Alpen treiben raue Winde klirrend kalte Schnee- und Eisböen über die nackten Felswände. Durch Kälte erstarrt und durch die deutsche Heerespolizei besetzt und kontrolliert, durchleben die Menschen in dem kleinen Dorf Haut Chaumont den kalten und Lebenskräfte zehrenden Winter. Eine Zeit, in der Nächstenliebe und Menschlichkeit unerlässlich sind. Wenn Macht und Gewalt von Befehlsempfängern ausgeübt werden und die Naturgewalten mit unerbittlicher Härte die Erde beherrschen, wird der einzelne Mensch zugrunde gehen. Allein denen, die es verstehen die Menschlichkeit wirken zu lassen, ist es erlaubt eine solche Zeit zu überstehen. Denn diese verbindet eine Wärme, welche sie der Kälte entgegensetzen können.

So formt sich, angeführt von dem revolutionären Franzosen Marcel, welcher es versteht seine Mitmenschen zum Aufstehen und Eintreten für ihre Rechte und ihren Frieden zu bewegen, eine Gruppe von Widerständlern, die sich gegen die vorherrschende Unterdrückung und Kälte auflehnt. Tief verbunden trennt Marcel sich in seiner Auffassung Frieden zu schaffen von seinem Schulfreund Francis, welcher ein Leben in Reichtum ablehnte und sich für das Dasein als Priester entschied. Während Francis jegliche Form der Gewalt und den Gebrauch von Waffen ablehnt, sieht Marcel die Notwendigkeit des Waffengebrauches, um der Unterdrückung ein Ende zu setzen. Die innige Liebe zu Francine spendet Marcel die nötige Kraft und den Willen, die Menschheit aus einer eisigen Kälte zu befreien. Seine Schwester Michelle zerbricht förmlich an dieser Kälte, sodass sie jegliche Freuden aus ihrem Leben verbannt und ein hasserfülltes Dasein führt. Die Tochter des Gastwirtes Castonnier namens Sylvaine, wurde als Arbeiterin in den deutschen Lagern eingesetzt; sie hat jeden Grund, mehr noch als Michelle, die Deutschen zu hassen. Doch Sylvaine schafft es, hinter den Grausamkeiten und der ungeheuren Kälte, die Menschlichkeit in jedem Menschen nicht zu vergessen. So öffnet sie sich dem deutschen Funker Sylvester Imwald. Es entsteht eine zarte und versteckte Liebe zwischen den beiden, welche Sylvester sein Dasein als Befehlsempfänger unmöglich macht. Beherrscht und kontrolliert wird die Stadt von dem eiskalten und provokanten Truppenführer Sprenger und der seinem Kommando unterliegenden deutschen Heerespolizei. So scheint jegliche Kälte und Gewalt von diesem auszugehen. Doch der Veteran Mühlstein macht darauf aufmerksam, dass auch Sprenger ein Befehlsempfänger ist, welcher Befehle mit einer unerbittlichen Präzision durchführt und dadurch Unheil und Elend über die Menschen bringt. Jedoch wird dieses Unheil auch nicht aus ihm heraus geboren…

Die Unmenschlichkeit und Eiseskälte, welche das Dorf beherrscht, besitzt eine andere Quelle. Unfassbare Kälte breitet sich von dem aus, der bewusst aus seinem Innern heraus böse handelt und sich gegen seine Mitmenschen wendet. Welcher Pläne der Vernichtung in seinem Innern trägt und diese aus dem Bedürfnis der eigenen Befriedigung umsetzt.

Wir laden Sie ganz herzlich zu den Aufführungen unseres Klassenspiels ein.

Pheline Anemone Janssen für die 12. Klasse

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